Leserbrief zur Jugendarbeit in Freystadt

By Redaktion|Juni 25, 2017|Leserbrief, Regional-Oberpfalz|0 comments

Leserbrief zum Artikel „Freystadt will mehr Jugendarbeit leisten“ aus den Neumarkter Nachrichten vom Donnerstag und Freitag dem 15. und 16. Juni 2017.

von Nicole Weglöhner

Überrascht habe ich den Artikel über die Notwendigkeit einer Jugendarbeit in Freystadt zur Kenntnis genommen. Grundsätzlich finde ich diese Idee sehr gut und ebenfalls notwendig, wenn ich die Jugendlichen in Freystadt an diversen Plätzen zu später Stunde stehen sehe – zum Teil auch mit Alkohol und Zigaretten in einer deutlich unter der Altersgrenze liegenden Peergroup – zum Beispiel am alten Bahnhof, den Skater Rampen oder am Netto-Parkplatz. Etwas überrumpelt bin ich jedoch von der plötzlichen Kehrtwende der Stadt zu diesem Thema. Habe ich nicht selbst vor knapp drei Jahren eine Anfrage – zusammen mit der evangelischen Kirche – an die Stadt mit der Bitte um Unterstützung beim Aufbau einer Jugendgruppe gestellt. Die Antwort damals war, dass es genügend Vereine gäbe und keine Jugendgruppe benötigt werden würde. Diese Vereine gibt es meines Wissens immer noch.

Wir haben eine Einladung an alle evangelischen Jugendlichen im Alter von zwölf bis 20 Jahren herausgeschickt und mit den interessierten, anwesenden Jugendlichen den Bedarf erhoben. Kurz darauf ging es dann auch in der Praxis los: mit einigen, in der Regel vier bis acht Jugendliche, die zu den regelmäßigen Treffen über eineinhalb Jahre erschienen sind. Ebenso haben uns mit dem dortigen Seniorenheim zusammengeschlossen und in der Kirche Generationencafés veranstaltet oder mit den Jugendlichen ebenfalls in der Kirche zusammengesessen und über alles Mögliche gesprochen, diskutiert und Ausflüge geplant und durchgeführt.

Was ich aber während der gesamten Zeit der Jugendgruppe vermisst habe, war die Unterstützung oder zumindest das Interesse der Stadt Freystadt.

Dadurch zweifle ich an der Ernsthaftigkeit dieses Vorhabens und vor allem an der Durchführung. Diese ist – so habe ich es erlebt – mit viel Zeit (und nicht innerhalb eines halben Jahres, wie im Artikel erwähnt), Energie, Aufwand und hohen Kosten verbunden, die die Stadt schon 2014-2016 nicht mit tragen wollte und jetzt alleine stemmen möchte. Diesem Vorhaben muss ich skeptisch gegenüberstehen, da ohne ernst gemeintes Interesse – vor allem an den Jugendlichen  – ein solches Projekt von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist.

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