Gänse-Newsletter Dez. 2017 von Dr. Silke Sorge

By Redaktion|Januar 12, 2018|Gastbeitrag, München, News, Newsletter, Tierwelt|0 comments

Copyright Dr. Silke Sorge, München

Gänse-Newsletter Nr. 160 vom 30. Dezember 2017

Liebe Vogelfreunde,
alle Jahre wieder steht nach dem Weihnachtsmann der Jahreswechsel vor
der Tür und damit eine Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung
sondersgleichen und ein geplanter „Millionenfacher Verstoß gegen das
Bundesnaturschutzgesetz“, wie die Zeitschrift »Der Falke« bereits 2013
einen Artikel titulierte, in dem beschrieben wird, wie Vögel in Massen
vor Feuerwerken fliehen:
http://www.falke-journal.de/wp-content/uploads/2015/11/2013-01-Feuerwerk.pdf

Der Biologe Hermann Stickroth hat sich ausführlich mit den Auswirkungen
von Feuerwerken auf Vögel beschäftigt und eine Fallsammlung in den
Berichten zum Vogelschutz des Deutschen Rates für Vogelschutz e.V. (DRV)
publiziert:
https://www.researchgate.net/publication/309464275_Stickroth_H_2015_Auswirkungen_von_Feuerwerken_auf_Vogel_-_ein_Uberblick_-_Ber_Vogelschutz_52_115-149
www.drv-web.de/fileadmin/user_upload/zeitschrift/pdfs/Stickroth_-_Feuerwerk_Anhang__Tabelle_10_.pdf

Die Stadt München hat auf Anfrage der Grünen ein Verbot der privaten
Silvesterknallerei geprüft. Das Ergebnis läßt einen wieder einmal an dem
Staat, in dem man lebt, zweifeln. Denn man kann monatelang über ein
Verbot von Dieselfahrzeugen im Stadtgebiet diskutieren, aber eine
rechtliche Handhabe, trotz der zu erwartenden Umweltverschmutzung und
Gesundheitsgefahren das völlig sinnlose private Silvesterfeuerwerk zu
verbieten, gibt es nicht, obwohl dies von der Entlastung der Atemluft
einem fast dreimonatigem totalem Fahrverbot gleichkommen würde!
Eine deutschlandweite Petition hat leider nur wenig Zuspruch gefunden:
https://secure.avaaz.org/de/petition/Bundesverfassungsgericht_Die_Abschaffung_der_SilvesterKnaller/?pv=0

Also bleibt nur, auf das Verständnis von Naturfreunden und die
Rücksichtnahme von Knallerfreunden zu hoffen, zumindest in sensiblen
Bereichen freiwillig auf den Unfug zu verzichten. Der Tierpark
Hellabrunn ruft dazu auf, in den Isarauen und speziell in der Umgebung
des Tierparks auf die Knallerei zu verzichten.

Das Gänsejahr 2017 verlief für die Kanadagänse geradezu sensationell,
die in diesem Jahr mehr Nachwuchs durchgebracht haben als in den
zurückliegenden Jahren zusammen. Bei den Graugänsen lief es hingegen
alles andere als berauschend. Ein geringer Bruterfolg stellt für die
Graugänse aber noch keine Gefahr da, denn der Bestand ist hoch genug, um
schlechte Phasen auszugleichen. Ganz anders ist es bei den Streifen- und
Nonnengänsen, für die es eine Bedrohung darstellt, daß beide Arten in
diesem Jahr jeweils nur ein Junges durchgebracht haben.

Einen guten Rutsch ohne Knalltrauma und Atemnot wünscht herzlichst
Eure Silke Sorge


Schauen Sie doch mal rein: www.gaensewelt.de
Und helfen Sie den Gänsen, die neue Jagdzeit zu überstehen:
https://www.change.org/de/Petitionen/bayerisches-staatsministerium-f%C3%BCr-ern%C3%A4hrung-landwirtschaft-und-forsten-stoppen-sie-5-1-2-monate-ungeregelte-jagd-auf-g%C3%A4nse-nehmen-sie-die-neuen-jagdzeiten-zur%C3%BCck

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