Blinken als Luxus

By Bogner Manuel|April 12, 2017|Kommentar|0 comments

Diejenigen, die viel auf den deutschen Straßen unterwegs sind, können sich vermutlich täglich an Situationen erinnern, in welchen sie aus der Haut fahren könnten oder es auch tun. Das Verkehrsaufkommen ist auf Staatsstraßen, Bundesstraßen und Autobahnen weiterhin hoch – explizit die Autobahnen sind voll von LKWs und Reisebussen. Ein Reizthema für die meisten Autofahrer ist nun das Blinken, also die Richtungsanzeige des Vordermanns oder der entgegenkommenden Fahrer. Blinken wenn man abbiegt, aus dem Kreisverkehr ausschert oder überholt; für einige Verkehrsteilnehmer offensichtlich schwerer umzusetzen als man glauben mag. Dieser Umstand macht unsere Straßen gefährlicher, denn die Übersichtlichkeit des Verkehrs für Autofahrer, Fahrradfahrer, Motorradfahrer und Fußgänger wird dadurch eingeschränkt. Manöver entstehen, aus der puren Vermutung heraus, dass jemand ohne Blinken abbiegen könnte.

Der Schluss daraus, dass es für viele vollkommen egal ist, ob andere auch am Verkehr teilnehmen, andere auch Verabredungen und Termine haben, liegt somit nahe. Verkehrsfluss wird beeinträchtigt, unklare Situationen und Missverständnisse können Unfälle verursachen, zudem kochen manchmal Gefühle über. Dahinter verbirgt sich nun Egoismus oder Faulheit. Haben sie also keine Lust oder Kraft den Blinkerhebel zu bedienen, sie stört das Geräusch des Blinkers aus dem Cockpit, das Diktat oder Telefonat wird beeinträchtig, Mann oder Frau haben keine Hand mehr frei, oder die Furcht davor, mit dem Blinken andere gar blenden oder irritieren zu können überwiegt. Das Blinken nach Bedarf, der Gelegenheit, nur zu blinken wenn man jemanden hinter oder vor sich hat, man müsste und könnte eben einmal. Es ist gefährlich und auf Autobahnen umso mehr, nicht alleine auch dadurch, dass die Lichttechnologie sich ständig weiterentwickelt – siehe den dynamischen Blinker – teils sehr grell, hingegen bei älteren Fahrzeugen oder durch Tuning und Tönungen nur durch einen genauen Blick erkennbar. Ob Fahranfänger, Vertreter oder Vielfahrer, sie alle sollten als Teilnehmer am Straßenverkehr ihre Handlungen überdenken – blinke ich immer, nur sporadisch, bei Laune, wenn ich meine und sehe es ist notwendig? – bekanntlicherweise sind die, die es selbst nicht tun, auch diejenigen, die sich dann bei den anderen am stärksten darüber aufregen bzw. Fahrer, welche der eigene oder fehlende Blinker Anderer in Unfälle verwickelt.

2017-04-12

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